Bundestreffen des Bessarabiendeutschen Vereins 2018

Motto:

„Unsere alte Heimat am Schwarzen Meer – heute“

Wir hatten Besuch aus der Dobrudscha. Eine Deutschlehrerin war unser Gast.
Einige Bilder sollen hier noch folgen.

Das Programm von 2018:

Festprogramm am Vormittag

09.50 Uhr Bläservorspiel Stadtkapelle Esslingen
10.00 Uhr Begrüßung Bundesvorsitzender Günther Vossler
10.10 Uhr Gottesdienst Pfarrerin Florentine Wolter, Obergröningen
10.40 Uhr Festansprache Hartmut Koschyk
Herr Koschyk war bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages und Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten
Ukrainischer Tanz Folklore- und Tanzgruppe aus Nadritschne Region Tarutino
Grußworte
Totengedenken Ehrenbundesvorsitzender Dr. h.c. Edwin Kelm
Heimatlied der Bessarabiendeutschen und Nationalhymne
Dank Stellvertretende Bundesvorsitzende Renate Kersting
12.15 Uhr Mittagessen, Zeit für Begegnungen und Gespräche

Festprogramm am Nachmittag

13.45 Uhr Bürgersaal Folkloretänze der Tanzgruppe aus Nadritschne
anschließend Bildervortrag "Bessarabien heute – Odessa und Chisinau und unsere ehemaligen deutschen Gemeinden"
14.00 Uhr Silchersaal Unsere Gäste aus Arzis berichten in Wort und Bild über die ehemaligen deutschen Dörfer in der Region Arzis und informieren weiter über die aktuelle Situation.
Schubartsaal Unsere Gäste aus Tarutino berichten in Wort und Bild über die ehemaligen deutschen Dörfer der Region Tarutino und informieren weiter über die aktuelle Situation.
Konferenzraum 1 Die Gäste aus Alexanderfeld berichten in Wort und Bild über Alexanderfeld und die aktuelle Situation in der Republik Moldau. Schülerinnen und Schüler des Georg-Goldstein-Gymnasiums
Konferenzraum 2 Schülerinnen und Schüler des Georg-Goldstein-Gymnasiums in Bad Urach und zwei Studentinnen aus Bessarabien berichten über die mit dem Bessarabiendeutschen Verein durchgeführten Schüler- und Studentenaustauschprojekte.
16.00 Uhr Bürgersaal Schlussveranstaltung:
- Folkloretanz zum Abschluss – Tanzgruppe aus Nadritschne
- Singen des gemeinsam in der Mittagspause mit den ukrainischen Gästen eingeübten Liedes.
- Dank und Reisesegen, Egon Sprecher

Dobrudscha Treffen 2018 in Freyburg/Unstrut

Am Sonnabend, dem 26. Mai 2018, fand, bei bestem Wetter, wieder das jährliche Treffen in Freyburg/Unstrut statt. Den folgenden Bericht finden sie auch im Mitteilungsblatt des Vereins.

Auch 2018 fand, wie die Jahre davor, das Treffen der Dobrudschaner in Freyburg statt. Das Restaurant „Am Unstrutwehr“ ist uns dafür bereits eine Heimstatt geworden. Wir hatten an diesem Tag in Freyburg schönstes Frühlingswetter, Sonne, kein Regen, angenehm warm, zu warm.

Erstaunlicherweise kamen die Ersten doch relativ zeitig, weit vor dem angekündigten Beginn um 10:00, jedoch zog sich die offizielle Eröffnung dann doch hin. Viel gab es zu erzählen, da sich die meisten ein Jahr nicht gesehen hatten. Hauptzweck unserer Treffen sind ja die persönlichen Kontakte und Erfahrungsaustausch. Wir begannen dann gegen 10:45, wie gewohnt mit einigen einleitenden Worten durch die Organisatoren und der Erinnerung an diejenigen, die in diesem Jahr nicht mehr unter uns weilen. Das hohe Alter der meisten Teilnehmer macht sich immer stärker bemerkbar. Es gelang uns auch in diesem Jahr nicht die Teilnehmerzahlen wieder zu erhöhen, auch in diesem Jahr blieben leider einige Stühle frei. Einige waren entschuldigt, jedoch müssen wir uns immer stärker der Tatsache stellen, dass wir nicht genügend jüngere Nachkommen werben können.

Nach der Begrüßung erwarteten wir den Bürgermeister der Stadt Freyburg, Herrn Udo Mänicke. Dieser kam gerade zur rechten Zeit, um den vorgezogenen Vortrag von Hartmut Knopp mitzuerleben. Der Bürgermeister hatte sich zwar informiert worum es bei dieser „Dobrudscha“ geht. Aber gerade der Vortrag mit dem Thema „Dobrudscha, Bessarabiens Tochter am Schwarzen Meer“ eröffnete Ihm doch einen tiefen Einblick in die Geschichte unserer Vorfahren. Beim diesjährigen Vortrag mussten wir sogar noch mit Stühlen im Vortragsraum aufstocken, so groß war das Interesse. Herr Knopp beim Vortrag

Im Anschluss an den Vortrag trug uns Frau Knopp eine Gedicht Ihrer Schwiegermutter Frau Knopp- Rüb aus dem Buch „Land, o Land...“ vor.
Freyburgs Bürgermeister Mänicke

Zurück zur Ansprache des Bürgermeisters. Herr Mänicke brachte seine Freude zum Ausdruck, dass wir wiederholt Freyburg als Austragungsort des Treffens gewählt haben. Wie beliebt Freyburg ist, und auch der Bürgermeister, sieht man an seinem Legeren Auftritt, den er natürlich entschuldigte. Am gleichen Tag fand schon das 44. Freyburger Knabenturnier der D-Junioren im Friedrich- Ludwig-Jahn-Sportpark in Freyburg statt. Es hat schon eine gewisse Berühmtheit. Bekannte Spieler in Freyburg waren beispielsweise Matthias Sammer, Andreas Thom, Michael Ballack und Carsten Jancker.

Ein weiteres gleichzeitiges Ereignis war der Kirchentag der Saale-Unstrut-Finne Region. Zu Gast war Heinrich Bedford-Strohm, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er nahm auch an der Taufe von zwölf Kindern und Jugendlichen mit Unstrutwasser teil.

Zu guter Letzt feierte der Freyburger Männerchor sein 70-jähriges Bestehen. Dazu hatten die Mitglieder zum Konzert auf dem Platz vor der Freyburger Marienkirche eingeladen. Zurück zum Treffen, welches noch immer, leider, von der Sippe der Ehrets, gefolgt von den Macks, und den Ursprungsorten Malkotsch und Mangeapunar, domniert wird. Aber auch Tariverde, Kolelia, Kataloi u.a. Orte. Kobadin durch die Familie Knopp, Fachria durch Familie Schumann, waren wieder vertreten.

Es ist eine schöne Tradition geworden: unsere älteste Teilnehmerin, ehrten wir mit einem Blumenstrauß. Diese Geste kam wieder gut an. Frau Werner, noch in Malkotsch geboren, hatte diese Ehrung schon im letzten Jahr.

Es wurde auch über weitere und zukünftige Aktivitäten der Dobrudschadeutschen berichtet. Erwähnenswert, das Dobrudscha Seminar zum Thema „Umsiedlung, Krieg und eine neue Heimat finden — Das Schicksal der Dobrudschadeutschen von 1940 und 1950“ im April 2018 im Kloster Schöntal. Ein Bericht dazu wird noch in einem der nächsten Mitteilungsblätter erscheinen. Noch werden Themen für diese Reihe für das Jahr 2019 gesucht.

Ein weitere Punkt, der Bericht zum Projekt Offene Kirche Malkotsch, war weniger zufriedenstellend. Unser Fördermittelantrag wurde ja im letzten Jahr abgelehnt, aber wir hatten eine Baugenehmigung. Leider läuft diese aber in diesem Jahr ab und es ist offen, ob wir diese verlängern können. Das Projektteam hat jedoch die Aufgabe die bisherigen durch Spenden gesammelten Mittel sinnvoll einzusetzen. Dies ist bisher nicht sehr viel. Es gibt erste Vorstellungen dazu, jedoch hoffen wir immer noch auf weitere Spendenbereitschafti. Wie es weitergeht wird sich im Laufe der nächsten Monate entscheiden müssen.

Der Tag klang wie immer mit dem gemeinsamen Kaffeeklatsch aus. Es erwies sich, dass diese Gelegenheit von vielen zum Austausch von Erinnerungen und zur Weitergabe von Wissen intensiv genutzt wurde. Neben den vorbereiteten Beiträgen ist dieser Teil immer wichtiger Bestandteil unserer Treffen. An alle Teilnehmer erfolgte noch die Bitte um aktuelle Beiträge für das Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins. Auch Informationen zu Verfassern oder deren Rechtsnachfolgern, wenn bekannt, werden gern entgegen genommen.

Auch schon Tradition waren die Treffen am Abend. Bei (weinselig) angeregten Gesprächen ging der Tag zu Ende.
Herr Knopp beim Vortrag


Seminar
Umsiedlung, Krieg und eine neue Heimat finden — Das Schicksal der Dobrudschadeutschen von 1940 und 1950

Seminar für Dobrudschadeutsche, ihre Nach­kommen und für Interessierte von Fr. 06.04. bis So. 08.04.2018 im Kloster Schöntal.

Seit mehreren Jahren organisiert und leitet Titus Möllenbeck, Referent für Erwachsenenbildung in der Akademie Haus am Maiberg in Heppenheim, und Mitglied im Bessarabiendeutschen Verein, Bildungsseminare zum Thema Dobrudscha. Thema in diesem Jahr waren die Umsiedlung nach Polen oder andere Gebiete. mit anschließender Flucht oder Vertreibung und Wiederansiedlung in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg.

Zeitzeugen wie Hans Issler, geboren in Tulcea, aufgewachsen in Kataloi, und der Historiker Dr. Ortfried Kotzian, langjähriger Direktor des Hauses des Deutschen Ostens in München waren erstklassige Referenten des Seminars, das vom 6. bis 8. April stattfand.

In den Diskussionen wurden von den Teilnehmern auch die eigenen Erfahrungen und die der Eltern und Großeltern geschildert und mit dem historisch wissenschaftlichen Kenntnisstand abgeglichen. Sowohl bei den Ausführungen Kotzians als auch bei den Diskussionen mit den Seminarteilnehmern, wurde deutlich, dass dieser Zeitabschnitt eng mit dem Schicksal der Bessarabiendeutschen verbunden ist. Offen blieben noch viele Themen und Fragen, genügend Stoff für weiterführende Seminare zum Thema Dobrudscha.

Gruppenfoto

Das diesjährige Seminar fand im Kloster Schöntal im herrlichen Jagsttal gelegen, einem der Bildungshäuser der Diözese Rottenburg-Stuttgart, statt. Dort konnten wir auch den diesjährigen Frühlingsanfang erleben. Dem Seminar voraus ging eine Exkursion nach Heilbronn, der langjährigen Patenstadt der Dobrudschadeutschen Landsmannschaft. Durch kompetente Führung konnten wir viel von der Ankunft der Dobrudschadeutschen in der Stadt und deren aufopferungsvollen Einsatz beim Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg erfahren. Ziel in Heilbronn war auch das Haus der Heimat, ehemals Sitz der Landsmannschaft.

Gedenkstein in Heilbronn

Der Bericht zum Seminar geschrieben von Titus Möllenbeck

Dobrudscha-Seminar 2018 im Kloster Schöntal

Das Kloster Schöntal bei Berlichingen bzw. Heilbronn war vom Bau und den Rahmenbdingungen ein besonders eindrucksvoller Ort für das Dobrudscha-Seminar 2018. Nachdem der Auftakt 2016 beim Veranstalter selbst im Haus am Maiberg in Heppenheim stattfand und das Thema „Ethnien in der Dobrudscha“ mit Dr. Josef Sallanz ausführlich erörtert werden konnte, lud die Akademie für politische und soziale Bildung des Bistums Mainz für 2017 nach Bad Kösen ein. Dort stand die Auseinandersetzung mit dem gemäßigten Islam in der Dobrudscha bzw. Rumänien im Fokus. Ausgangspunkt bildete hier die Veröffentlichung von Dr. Jürgen Henkel, der sein Buch „Halbmond über der Dobrudscha“ selber vorstellte (vgl. Artikel im Mitteilungsblatt Mai 2017).

Für 2018 für war wieder ein Ort im Süden favorisiert. Die Ortswahl war insofern erfolgreich, als einige neue Teilnehmer*innen vor allem aus Baden-Württemberg gewonnen werden konnten. Damit sich die Anreise für die „Nordlichter“ auch lohnte, war ein Kommen bereits ab Donnerstag möglich. Von diesem Angebot machten 13 Personen (von 20) Gebrauch, so dass man sich bereits am Donnerstagabend in gemütlicher Runde kennen lernen konnte. Besonders erfreulich war die Tatsache, dass mit Frau Renate Kersting ein engagiertes Vorstandmitglied an der Veranstaltung teilnahm.

Am Freitagmorgen stand ein Besuch von Heilbronn auf dem Programm. Bei einer Führung „Auf den Spuren der Dobrudschadeutschen in der ehemaligen Patenstadt Heilbronn“ und beim anschließenden Besuch des „Hauses der Heimat“ wurde die Bedeutung dieser württembergischen Stadt für die Dobrudschadeutschen anschaulich. Denn hier fanden viele nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Zuhause, nachdem sie – wie andere Flüchtlingsgruppen auch - tatkräftig am Wiederaufbau der Stadt mitgewirkt und sich so den Respekt der einheimischen Bevölkerung verdient hatten. Die Teilnehmer*innen waren sich einig: Heilbronn ist mehr als eine Reise wert, zumal es noch einiges zu sehen bzw. entdecken gibt; 2019 wird in Heilbronn zudem auch die Bundesgartenschau stattfinden.

Die Lernziele dieser Veranstaltung der historisch-politischen Bildung, die im Übrigen auch von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wurde, konnten, wie auch die schriftliche Evaluation am Schluss des Seminares zeigte, gut umgesetzt werden: Von der Vermittlung von Basiswissen zur Migration 1940 und deren Folgen konnte eine vertieftes Verständnis historischer Ereignisse in Zusammenhang eines Vergleiches von "Oral History" mit den Ergebnissen und Erkenntnissen der Fachdisziplin (Geschichte) erzielt werden. Das verwundert nicht, denn bis auf eine Ausnahme waren alle Teilnehmer*innen Kinder oder Enkel der Umsiedler*innen aus der Dobrudscha.

Auffällig ist die Tatsache, dass sich einige der Betroffenen erst mit einigen Jahrzehnten Abstand mit ihrer doch sehr prägenden Familiengeschichte auseinandersetzen bzw. gerade erst damit beginnen. Hier konnte der Referent Dr. Ortfried Kotzian an vielen Punkten anknüpfen. Er gilt seit 2014, als sein der Standardwerk "Die Umsiedler: Die Deutschen aus Bessarabien, der Dobrudscha, Galizien, der Karpaten-Ukraine und West-Wolhynien" veröffentlicht wurde, als einer der bekanntesten Fachleute auf diesem Gebiet. Eingehend legte er die Voraussetzungen der nationalsozialistischen Umsiedlungspolitik dar und zeichnet einige der vielen Flucht- und Irrwege durch die Lager in Deutschland und v.a. Polen nach. Das Schicksal der Dobrudschadeutschen steht, so ein Fazit, beispielhaft für das Schicksal von Millionen weiteren Deutschen, die im Krieg zum Spielball der Politik bzw. zu Opfern des Krieges wurden. Der Referent verwies in diesem Zusammenhang auf insgesamt ca. 16 Millionen Deutsche in Europa, die mit 16 verschiedenen Völkern zusammenlebten und ihre Heimat durch Umsiedlung, Vertreibung oder Flucht verloren.

Mit den Umsiedlungen und Vertreibungen im und nach dem Zweiten Weltkrieg ging ein Kulturverlust einher, den Dr. Kotzian als "eine der großen Tragödien des 20. Jahrhunderts" bezeichnete. Zudem bestand eine unerwartetes Problem für diese Menschen darin, dass sie - obwohl ethnisch Deutsche - sie in ihrer neuen deutschen Heimat auf wenig Verständnis trafen. Das mag in der Nachkriegszeit mit ihren Nöten verständlich erschienen, da die Einheimischen sich auch stark einschränken mussten. Aber die Empfindung der Neuankömmlinge war die einer "Kalte(n) Heimat", wie Andreas Kossert seine 2008 erschienene Veröffentlichung zum Thema "Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945" überschrieb. Dieses Thema soll bei einem Folgeseminar 2019 aufgegriffen und ausführlich behandelt werden.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass die Teilenhmer*innen es als ein besonderes Glück ansahen, dass mit Hans Issler noch ein Zeitzeuge aus der 800 Seiten umfassenden Familienbiografie vortragen konnte. Die ausgewählte Passagen konkretisierten so das vom Referenten allgemein und wissenschaftlich Dargelegte am Beispiel (s)einer Familiengeschichte. Der Vortrag war auch eine Reminiszenz an den Bruder und Mitautor Erwin Issler, den 2017 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Vereins der Dobrudschadeutschen.

Das dritte Dobrudscha-Seminar griff noch weitere spannende Themen aus wie z.B. das der "Freiwilligkeit der Umsiedlung" oder der Bedeutung des sog. „erkenntnisleitenden Interesses“ im Rahmen einer Geschichtsschreibung oder auch die Problematik der Opferzahlen aus. Die Teilnehmer*innen waren sich am Ende einige und wollen 2019 weiter sich mit dem Thema Dobrudscha auseinandersetzen. Für 2019 geht es wieder nach Bad Kösen, wo dann vom 14. bzw. 15. bis 17. März vor allem die Nachkriegsjahre unter der Überschrift „Neue kalte Heimat“ thematisiert und die Schwierigkeiten erörtert werden, fern der alten Heimat im zerstörten Deutschland ein neues Zuhause zu finden.

Im Seminar
Im Seminar

Abschließend sei stellvertretend eine besondere Rückmeldung zum Seminar von einer Teilnehmerin zitiert, die zum ersten Mal dabei war und das Erlebte wie folgt zusammenfasste:

„Ich sitze jetzt auf der Rückfahrt im Bus und habe zwar nur noch einen Euro im Geldbeutel, bin nun aber reich an Wissen über die eigene Vergangenheit und am Erleben einer neuen Gemeinschaft. (…) Meine Erwartung hatte ich am Beginn des Seminares nicht klar definiert, man fängt ja auch nicht unbedingt bei 1940 an, wenn man sehr wenig über seine Vorfahren weiß. Nun kann ich mir aber für mich persönlich keinen besseren Anfang vorstellen. Ich kenne nun Geschichten, die vielleicht auch die meinen sind und ich habe nun das Gefühl, dass wir uns wohl alle in der Vergangenheit schon einmal begegnet sind und ich wünsche mir, dass weitere Begegnungen folgen. Mein Dank gilt der Gemeinschaft [der Seminarteilnehmer*innen], die mich so freundlich aufgenommen hat! Ich habe schon viele Seminare und Weiterbildungen besucht, keine hat mich so bereichert. Vielen Dank an die sehr guten Referenten und die Seminarleitung, die mit Herz in einem perfekten klösterlichen Rahmen dabei war. (...) Ich würde mich sehr über ein gemeinsames ,nächstes Mal‘ freuen!“

Titus Möllenbeck

Kloster Schöntal
Kloster Schöntal

Kloster Schöntal
Seminarteilnehmer vor dem Rathaus Heilbronn ­­­


Dobrudscha Treffen 2017

Am Sonnabend, den 20. Mai 2017 fand das jährliche Treffen der Dobrudschaner und deren Nachkommen sowie Interessierten an Gegenwart und Geschichte der Dobrudscha in Freyburg/Unstrut statt. Zum wiederholten Male in der Gaststätte "Am Unstrutwehr". Als einer der Höhepunkte bemerkenswert die Beachtung der Stadt Freyburg. Wir wurden vom stellvertretenden Bürgermeister herzlich begrüßt. Bei Interesse lesen Sie den Bericht.

Halbmond am Rande Europas — Der Islam in der Dobrudscha, in Rumänien und Europa

Seminar von Freitag, 03. März, bis Sonntag, 05. März 2017, im Konrad-Martin-Haus in Bad Kösen

Der Blick wird bei dieser Veranstaltung auf eine wenig beachtete Region am Rande Europas und ein aktuelles Thema gelenkt. Sowohl auf die Dobrudscha als auch auf den „Euro“-Islam, der die Dobrudscha jahrhundertelang während der osmanischen Herrschaft geprägt hat. Minarette und Kirchtürme, Glockengeläut und Muezzinrufe sind folglich in der rumänischen Dobrudscha traditionell beheimatet. Dieser Euro-Islam erlaubt ein relativ problemloses Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Volksgruppen. Das Beispiel zeigt, dass Integration keine Einbahnstraße ist und auch die Muslime in der Verantwortung stehen, was ihre Integration in westliche, europäische und christlich geprägte Länder betrifft. Das beinhaltet auch die Bereitschaft zur Anerkennung westlicher und christlicher Werte.

Das Programm is on-line verfügbar.

Wir verbrachten dieses Wochenende bei herrlichem Wetter, sehr gutem Essen und interessanten Diskussionen in Bad Kösen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht von Leonie Gränert, Studentin der integrierten Europastudien an der Universität Bremen, die als Praktikantin am Seminar teilnahm.

Die Teilnehmer

Kulturtag in Stuttgart 15. Oktober 2016

Am 15.10.2016 organisierte der Bessarabiendeutsche Verein in Stuttgart einen Kulturtag zum Thema Dobrudscha (Einladungsflyer).

Etwa 50 Teilnehmer informierten sich an diesem Tag über die Geschichte der Deutschen Besiedlung, die etwa 1840 einsetzte und bis 1940 andauerte. Der jetzige Anteil der Deutschen ist verschwindend gering. Viele verliessen die Region nach dem zweiten Weltkrieg und nach 1989. Trotzdem haben die deutschen Siedlungen in den 100 Jahren ihres Bestehens das Land und die Entwicklung geprägt. Nach den einleitenden Grußworten von Erika Wiener, Vorstandsmitglied im Bessarabiendeutschen Verein folgten die Programmpunkte

  • »Dobrudscha — eine Tochter Bessarabiens?«
    Der Vortrag von Prof. Siegmund Ziebart widmete sich dem entstehen der deutschen Siedlungen und den geschichtlichen Hintergründen.
  • »Vom Dobrudscha- zum Bessarabiendeutschen Verein«
    Der Referent Ingo Isert informiert über den Werdegang der Organisationen der Dobrudschadeutschen und der Bessarabiendeutschen bis zur Aufnahme der Dobrudschadeutschen Landsmannschaft im Jahr 2009 in den Bessarabiendeutschen Verein.
  • Eröffnung des Dobrudschadeutschen Museums als Abteilung des Heimatmuseums der Deutschen aus Bessarabien e.V.
    Mit dem Heutigen Datum wird die Dobrudscha Abteilung nach zweijähriger Vorarbeit eröffnet. Einen wesentlichen Anteil haben Exponate aus dem Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, die 2016 übernommen wurden.
  • »Die Dobrudscha heute, Erlebnisse einer Reise im September 2016«
    Heinz-Jürgen Oertel berichtet von seiner 5 wöchigen Reise durch Osteuropa und besonders vom Besuch der Deutschen Dörfer.
  • »Offene Kirche Malkotsch«
    Titus Möllenbeck gab einen Sachstandsbericht. Wir machen Fortschritte! Die Antragstellung für Fördermittel zur Sanierung der Kirche in Malkotsch bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) ist nahezu abgeschlossen. Es gibt bereits positive Resonanz von der BKM.
    Die Spendensammlung zur Sicherung eines Eigenanteils hat begonnen. Wir bitten alle um einen Beitrag. Jede Summe ist willkommen.
    Am Vortag erreichte uns die Nachricht aus Bukarest, dass der Bischof der römisch-katholischen Kirche in Rumänien, Herr Erzbischof Ioan Robu, 20.000 € auf das rumänische Spendenkonto überwiesen hat. Diese sehr positive Nachricht zeigt uns, dass auch vor Ort, in Tulcea/Malcoci, großes Interesse am Erhalt der Kirche besteht. Um im April nächsten Jahres mit der Restaurierung zu beginnen ist ein Anfang gemacht. Trotzdem benötigen wir noch viel Engagement und die Eigenmittel durch Spenden.
  • Hans Issler spricht »Die Worte auf den Weg«

Starke Regenfälle im Kreis Tultscha und Konstanza Juni 2016

Am 12. Juni kam es zu heftigen Regenfällen in Malkotsch und Nufaru. Mehrere Haushalte wurden überschwemmt. Wir hoffen das die Kirche Sankt Georg nicht noch weiter beschädigt wurde.

Überschwemmung in Malkotsch

Das Bild stammt von Radio Constanţa. Ob es wirklich Malkotsch ist?


Bundestreffen des Bessarabiendeutschen Vereins — 29.05.2016 in Ludwigsburg

Hierzu ein detailierter Bericht über das Treffen.


Dobrudschaner Treffen — 21.05.2016 in Freyburg/Unstrut

Hierzu ein detailierter Bericht über das Treffen.

Mittendrin am Rande Europas — Die Vielvölkerregion Dobrudscha

Zu diesem Thema fand vom Freitag, dem 29. Januar 2016 bis Sonntag, dem 31. Januar ein Seminar im Haus am Maiberg in Heppenheim statt.

Auf Grund des großen Interesses und interessanter Themen wird es ein nächstes Seminar zum Thema Dobrudscha im nächsten Jahr geben. Gebucht ist bereits das Konrad-Martin-Haus in Bad Kösen von Freitag den 03. bis Sonntag den 05. März 2017. Themenvorschläge werden gern entgegen genommen. Sobald die Agenda feststeht wird hier darüber informiert werden.


Dobrudschaner Treffen 2015 — 75 Jahre nach der Aussiedlung

Wie fast jährlich in den vergangenen Jahren fand dieses Treffen auch 2015, 75. Jahre nach der Umsiedlung statt. Immer noch ein Treffen der ehemaligen Bewohner von Malkotsch und Mangepunar, aber schon mit Ausrichtung auf die gesamte Dobrudscha.
Die herausragenden Punkte im Programm waren ein Bericht einer Dobrudschareise im Jahr 2014 und die Vorführung des Films "Zeit ohne Ziel" — die heutige vielvölker Region am Schwarzen Meer.

Übergabe der Leitung von Erwin
    Ehret an Heinz-Jürgen oertel
Auf dem Jahrestreffen 2015 übergab Erwin Ehret seine langjährige Organisation der Treffen an Heinz-Jürgen Oertel. Heinz-Jürgen vertritt die Interessen der Dobrudschadeutschen seit 2015 im Bessarabiendeutschen Verein.